Pferdephysiotherapie

                                                                                                                                             

                                    

                      Schwerpunkte in der Physiotherapie:

 

 

  • Behandlung/Lösung von faszialen Verklebungen 

 

                                                                                                                      

 

  • Behandlung von Muskelverspannungen durch verschiedene Massagetechniken

 

      

 

 

  • Bei tiefer liegenden Verspannungen, auch Behandlung mit Wärme(pad)

 

  • Dehnungsübungen, für den ganzen Bewegungsapparat, auch mit Tips für den Besitzer

                   

 

  • unterstützdende Behandlung nach OP oder Verletzungsphase

 

  • Lymphdrainage nach Sehnenverletzungen, Akuter o. Subakuter Hufrehe,

         chronischer Phlegmone etc.

 

  • auch einfach als "Relax"-Massage, zur Muskelentspannung für Pferde, in der Turniervorbereitung oder nach einem Turnier

                                        

 

                                                               

 

 

 

Ich lege sehr großen Wert darauf, mit Tierärzten,Therapeuten, Zahnärtzen, Sattlern etc. zusammen zu arbeiten, denn nur wenn alle an einem Strang ziehen, kann das Bestmögilche für unseren Partner Pferd erzielt werden !!

 

                    Ablauf der ersten Behandlung:

 

Mir ist es sehr wichtig, nicht nur das Pferd irgendwie zu behandeln, sondern mir vorab

ein genaues Bild davon zu machen, wo genau das "Problem" liegt. Dazu gehört als aller Erstes und wichtigstes:

 

                                             Adspektion im Stand

hier wird der erste sichtliche! Eindruck vom Pferd gewonnen, wie z.b was macht es  

für einen Gesamteindruck, Fell, Futterzustand, evtl. Gallen, Vernarbungen,

Hufzustand, allg. Verhalten

 

                                 Ganganalyse im Schritt auf hartem Boden

das Pferd wird im Schritt auf hartem, geradem Boden vom Besitzer vorgeführt

hierbei wird auf den Bewegungsablauf des Pferdes geachtet, und natürlich auf evtl.

Lahmheiten.

 

 

      Bei jeglicher Form der Lahmheit, welche nicht durch den Tierarzt abgeklärt

      wurde, findet KEINE physiotherapeutische Behandlung statt !!!!!

 

                        Ganganalyse im Schritt und Trab auf weichem Boden

hier wird das Pferd zuerst im Schritt auf einer Geraden, sowie auf Schlangenlinien geführt. Danach an der Longe im Schritt und Trab. Gibt es hier Indizien, dass evtl. der Sattel oder der Reiter mit an den "Problemen" beteiligt sind, dann werden diese natürlich auch noch unter die Lupe genommen, und der Besitzer wird gebeten sein Pferd noch unter dem Sattel vorzuführen.

 

 

                                                          Palpation

das Pferd wird nun von allen Seiten abgetastet /  abgestrichen, um evtl. Verklebungen, Vernarbungen, Überbeine, Wärme an unnatürlichen Stellen zu lokalisieren.

 

        

                                                      Befundungsgang

beim Befundungsgang werden nun alle Gelenke vorsichtig bis zu ihren physiologischen Bewegungsgrenzen ausgetestet. Dies geschieht natürlich immer von beiden Seiten des Pferdekörpers, um überhaupt Unterschiede wahrnehmen zu können, sofern welche bestehen sollten.

Angefangen am Huf, (Phalanx ditalis),( das bleibt jedem selbst überlassen, wo er beginnt), arbeite ich mich dann Gelenk für Gelenk nach Proximal.

 

         

 

Karpal- (Art. Carpi) / Ellbogen (Art. Cubiti)- und Buggelenk ( Art. Humeri), bzw. Tarsal- (Art. Tarsi) / Kniegelenk- (Art.Genus) - und Hüftgelenk ( Art. Coxae) werden als nächstes ausgetestet.

 

                   

 

 

 

                                      sowie natürlich die Pro- und Retraktion

 

                                         

                            

 

 

Weiter geht es dann meist mit dem Kopf und HWS ( je nachdem wie gerne ein Pferd dies zulässt, da wäge ich immer gerne direkt vor Ort ab, welche Schritte für das jeweilige Pferd am besten und angenehmsten sind, damit die Behandlung auch zum Erfolg führen kann.)

 

Ausgetestet auf ihre Bewegung bzw. und/oder palpiert werden u.a. M. Masseter und M. Temporalis, Os hyoideum, Art. temporomandibularis, Kopfgelenk ( CO - C1) , HWS ( C1-C2 + C3 - C7 bzw Th1 (CTÜ))

 

             

                

 

                                

                           

                                 Das CTÜ ( Cervicaler-Thoracler-Übergang)

befindet sich zwischen C7, also dem letzten Wirbel der HWS und Th1, dem ersten Wirbel der BWS. Dieser Übergang ist sehr wichtig für den Schub der aus der Hinterhand hier ankommt und von dort auf die HWS übertragen wird. Wenn es dort Blockaden gibt, oder Muskelverspannungen, kann der Schub nicht mehr richtig bis kaum übertragen werden. Zwischen C7 und Th2 tritt ein wichtiges Nervengeflecht, der sog. Plexus Brachialis aus, der die gesamte Vorhand versorgt.

Daher ist es wichtig auch diesen Bereich auszutesten !

 

                          

 

 

 

Über das CTÜ, geht es dann weiter zur BWS (Th1 - Th18) wo die Lateroflexion ausgetestet wird, welche IMMER mit einer Rotation einhergeht. Sowie die Extension + Flexion. Die BWS an sich, ist in ihren kleinen Segmenten gesehen nicht wirklich felxibel, auf die ganze Länge jedoch, verhält sie sich wie ein Gartenschlauch. Da die Rippen mit jeweils zwei Wirbeln verbunden sind, werden auch diese ausgestrichen um etwaige "Probleme" festzustellen.

 

 

                                                                     

 

 

 

Das austesten der LWS ( L1-L6) und des Os Sacrums (S1-S5) erfolgt über den Schweif, bzw das Aufwölben von hinten über die Tuber ischii. Interessant hierbei ist, dass das Os sacrum sich mit ca. 4-5 Jahren verwächst, somit hier also keine Bewegung in sich mehr möglich ist. Mit dem Anheben bzw. Absenken des Schweifes, entsteht zeitgleich eine Kontranutation, bzw. eine Nutation von Basis und Apex des Sacrums. Die ISG's (Iliosacralgelenke=Halbgelenke) bilden die Verbindung zwischen dem Os Sacrum und dem Darmbein der Hüfte. Sie übertragen die ankommende Schubkraft der Hinterhand, an das LSG (Lumbosacralgelenk, zwischen L6 und S1), welches ihn an die BWS weitergibt.

 

                                              

 

 

 

 

                                                                                   Die Behandlung

 

Nach dem Befundungsgang folgt die Behandlung. Natürlich kann es vorkommen, dass das Pferd mehrere "Baustellen" hat, die man nicht alle auf einmal behandeln kann. Hier gehe ich so vor, dass ich mich zuerst dem Wichtigsten widme, und die kleiner (n) Baustelle(n), dann bei einem Folgetermin angegangen werden. Vieles im Pferdekörper hängt zusammen, daher ist es möglich, dass eine Verspannung/Blockade gelöst wurde, und das Pferd sich so schon besser fühlt und die Begleiterscheinungen, die es evtl. gab, somit auch wieder besser werden.

 

Je nach Witterung oder Verspanntheitsgrad des Pferdes wird zuerst mit Wärme gearbeitet, um danach tiefer in das Muskelgewebe arbeiten und dies lockern zu können.

 

Ich gebe dem Kunden/Besitzer gerne Tips und Handgriffe mit, als Hausaufgaben sozusagen, die er selbst an seinem Pferd durchführen kann, um den Effekt der Behandlung noch zu unterstützen. Es empfiehlt sich, 2-4 Wochen nach dem ersten Termin, eine Folgebehandlung zu machen. Wir kennen das ja von uns selbst am Besten, wir gehen zum Physio und danach geht es uns besser, wenn auch manchmal erst nach 1-2 Tagen, aber so nach ca 2 Wochen, könnte man wieder eine Behandlung vertragen. Macht man dann die mitgegebenen Übungen, erzielt man meist eine Besserung, beim Pferd nicht anders!

 

 

Eine Behandlung nach postoperativen Eingriffen oder in der Rehaphase, erfolgt nur nach Absprache mit dem behandelnden Tierarzt. Denn es ist mir sehr wichtig, dass ein sinnvoller Wiederaufbau der Muskulatur und des ganzen Apparates erfolgt!

 

                                                  

                                                       Die Lymphdrainage

                             wird oft unterschätz, kann jedoch sehr effektiv sein !!!

 

Der Einsatz von Lymphdrainage erfolgt z.b. bei einer akuten Sehnenverletzung, es kann so ein heftiges Anschwellen verhindert, bzw. ein Abschwellen hervorgerufen werden, da der Abtransport von Eiweißen gefördert wird. Die Lymphflüssigkeit wird in den Lymphknoten auf Erreger untersucht, es werden T- u. B- Zellen als Antikörper gebildet und an den

" Ort des Geschehens" geschickt, um den Entzündungsprozess zu hemmen.

 

Genauso hilfreich ist eine Lymphrainage bei akuter- oder subakuter Hufrehe, chronischer Phlegmone, oder bei frischen Überbeinen durch Anschlagen etc.

 

Die Dauer einer Lymphdrainage variiert, je nachdem ob eine Gliedmaße betroffen ist, und man "nur" diese behandeln möchte, oder ob man sich für eine Ganzkörperlymphdrainage entscheidet.

Pro Gliedmaße muß man 10min rechnen, plus 10min für das Öffnen des Venenvinkels.

Komplett also ca 60min.

 

 

 

NICHT angewendet werden darf die Lymphdrainage bei Fieber, akuter Phlegmone, Tumor

 

 

                                                          Die Relaxmassage

                                                    Einfach mal zum Wohlfühlen

 

                                           

 

Natürlich hat eine Massage immer einen positiven Effekt, vor allem auf den Parasympatikus des Pferdes, er sorgt für Entspannung und Wohlbefinden. Hierbei geht es in erster Linie darum, beim Pferd die angenehmen Stellen zu finden und diese durch Massage zu entspannen, sodass es sich einfach fallen lassen kann und RELAXEN